»Einschnitt« Erinnerungsort Olympia Attentat München 1972, München
Der Einschnitt ist zentrales Sinnbild für ein dramatisch und lange nachwirkendes Ereignis. Der Erinnerungsort für die Opfer des Olympia-Attentats 1972 respektiert das Vorhandene. Es wird nichts hinzugefügt, wohl aber etwas weggenommen und verwandelt. Wie selbstverständlich fügt sich der Erinnerungsort in die Olympialandschaft ein. Präzise Schnittflächen in eigener Materialität und homogener Oberfläche definieren den Einschnitt.
Mitten im Erinnerungsort sitzt ein schlanker Keil. Er erzählt die Biographien der zwölf Opfer. Die Opfer stehen räumlich wie inhaltlich im Zentrum. Der gläserne Keil löst sich aus der dreifach geknickten Wand heraus. Auf der Medienwand wird mit authentischen Bildern und Worten das Geschehen erzählt.
Dem Betrachter erschließen sich die 36 Stunden umfassende Chronologie des Attentats sowie der historische Kontext. Eine etwa 25 Minuten lange Filmschleife zieht den Betrachter in ihren Bann. Die Decke über der Ausstellung trägt den aufgeschütteten Hügel und besteht aus einem Plattentragwerk aus Stahl, welches linienförmig auf den Betonwänden des Technikraums und einer keilförmigen Stahlstütze gelagert ist.
Immer wieder tauchen die längst vergangenen Bilder von den Orten des Terrors auf.
Der entstehende Raum tieft sich abgestuft in die Landschaft ein. Die Stufen der Absenkung und damit auch die Form der Präsentationsebene folgenden nach unten projizierten Höhenlinien. Das der Landschaft Weggenommene wird geschützter Raum.
Ein intensiver Dialog zwischen der mit Bedeutung hoch aufgeladenen Umgebung und dem Erinnerungsort entsteht.
Wie selbstverständlich fügt sich der Erinnerungsort in die Olympialandschaft ein. Präzise Schnittflächen in eigener Materialität und homogener Oberfläche definieren den Einschnitt.
Ein Gefäß für Erinnerung und Information, begehbar 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr, sich stetig verändernd mit der Witterung und im Wechsel der Tages- und Jahreszeiten.
»Eröffnet wird der Erinnerungsort am 04.09.2017 durch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Israels Staatspräsident Reuven Rivlin und Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle im Beisein von Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Innenminister Joachim Herrmann.
Dieser Festakt schließt sich an eine persönliche Gedenkstunde mit den Angehörigen der Opfer an, bei dem der Erinnerungsort an diese und anschließend an die Öffentlichkeit ,übergeben‘ wird.«
Pressemitteilung Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst