Ein Kloster wird zur Musikakademie.

»Zusammenspiel« Vom Kloster zur Musikakademie, Hammelburg

Eine Komposition aus alt und neu, aus Vergangenheit und Zukunft. Ein Kloster wird zur Musikakademie. Ziel war es mit unserer Architektur die Seele der Gebäude, die klösterliche und schlichte Atmosphäre, zu bewahren, zugleich aber Freiräume zu schaffen, für das Neue: Einen Ort der Kommunikation und Inspiration für die Musiker, ein lebendiges, offenes Haus der Musik!

Die Vorgeschichte der Klostergründung in Altstadt bei Hammelburg am Fuß des Schlossbergs reicht zurück bis in das Jahr 716. Das Kloster selbst wurde 1649 gegründet, 1664 der Bau des Konventes abgeschlossen. 1670 wurde die Klosterkirche geweiht. Dieser Bau brannte jedoch schon 1698 nieder und bereits 1700 konnte die heutige Kirche geweiht werden. Baumeister war der Franziskanerbruder Anthonius Peyer. Von der Säkularisation blieb das Kloster verschont und ging 1837 an die Bayerische Franziskanerprovinz über.

Eine Komposition aus alt und neu, aus Vergangenheit und Zukunft. Die Bayerische Musikakademie residiert an einem historisch bedeutsamen Ort. Das Kloster war im Laufe der Jahrhunderte auch Hospiz, Polizeischule und Knabenseminar. Seit 1980 nutzt die Bayerische Musikakademie einen Teil der Räume des Klosters sowie einen Neubau auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei neben dem Kloster. 2014 mussten die Franziskaner nach 365 Jahren ihr Kloster verlassen. Diese schmerzliche Entscheidung für den Konvent, bot zugleich eine neue Chance für die Gebäude. Denn 2015 erwarb die Bayerische Musikakademie die denkmalgeschützte Klosteranlage. Neues Leben konnte in die alten Mauern einziehen. Eine wunderbare Fügung. Ein Kloster wird zur Musikakademie!

Die Symbole »Glaube, Hoffnung und Liebe« als Reminiszenz an die Pflanzornamente des Klostergartens im Steinboden des Speisesaals. Sie erinnern an die Buchsbaumhecken, die mit den Mönchen das Kloster verlassen haben.

Im Herzen des Klosters der frühere Kreuzgang mit Kreuzgarten entsteht ein neues Zentrum. Wir öffnen die Wände und spannen ein gläsernes Dach darüber. Ein großer Saal zum Speisen, Tagen, Tanzen, Musizieren oder Kommunizieren. Ein Saal im Freien, mehr Außen- als Innenraum – mit Einblicken, Durchblicken, Ausblicken. Zu den nun offenen Arkaden des ehemaligen Kreuzgangs, den Übungsräumen, daneben und darüber. Der Blick geht bis in den Himmel. Eine klare Struktur und ein pulsierender Ort der Begegnung und der Kommunikation entstehen. Aber auch ein multifunktionaler, akustisch optimierter und verschattbarer zentraler Raum für Konzerte, Konferenzen oder ein Fest. Überall ist Leben und Musik.

Die neuen Inhalte werden sensibel in das bestehende, denkmalgeschützte Gebäude eingefügt.

Der ehemalige Kreuzgang ...

... ist heute mit Durchblicken zum großen Saal erlebbar.

Im Dach befinden sich zwei besondere Übungsräume. Diese führen einen einzigartigen Dialog. Der eine macht den historischen Dachstuhl erlebbar, der andere ist sein zeitgemäßer Gegenspieler. Vom Bestand über die Vision zum eingelösten Versprechen:

Klösterliche Schlichtheit und natürliche, nachhaltige Materialien, die vor dem Morgen bestehen dominieren unser Konzept: Naturstein, Eiche und Kalkputz, helle Farben. Historische Türen und Putze wurden aufgearbeitet und restauriert.

So wie es ist, war es noch nie. Aber es fühlt sich so an, als wäre es schon immer so gewesen.

Es gibt keine Sackgassen mehr.

Wir schaffen klare, ...

... barrierefreie Wege, Blickbeziehungen und einfache Orientierung.

Wir übertragen den Kreuzganggedanken auch in das erste Obergeschoss.

Ein Spiel aus Licht und Schatten.

Als Zone der Ruhe und Einkehr, haben wir die historischen Klosterzellen mit den historischen Türen in zeitgemäße Gästezimmer mit eigenem Bad transformiert. Weg vom Trubel des Speisesaals und der großen Übungsräume.

Wo früher auch die Mönche schliefen, schlafen heute die Musiker.

Projektname
Zusammenspiel | Transformation vom Franziskanerkloster zur Musikakademie Hammelburg
Bauherrin
Bayerische Musikakademie Hammelburg e.V.
Standort
Hammelburg, Unterfranken, Bayern
Fertigstellung
2019
Mitarbeitende
Martin Szymanski (Projektleitung); Michael Kaufmann; Norbert Ritzer; Marco Roos; Christoph Schmitt; Elina Schwarz
Fotografie
mju-fotografie, Marie Luisa Jünger, Hümpfershausen; Dieter Leistner, Würzburg

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