Das Haus erzählt, wofür das Unternehmen steht.

»Hohes Holz« Neubau Firmenzentrale für die Ziegler Group, Plößberg

Mitten im Wald auf einer Lichtung nähe Plößberg entstand für die Ziegler Group eine Firmenzentrale, die mehr ist als ein Verwaltungsgebäude: Sie ist ein gebautes Selbstverständnis. Das Haus erzählt, wofür das Unternehmen steht. Aus dem Material, das das Unternehmen täglich verarbeitet, haben wir eine Architektur entwickelt, die Produkte, Haltung und Arbeitskultur sichtbar macht – und zeigt, wie Corporate Architecture Identität räumlich erfahrbar werden lässt.

Die neue Firmenzentrale der Ziegler Group steht dort, wo Wald und Sägewerk aufeinandertreffen – am höchsten Punkt des Areals, mit Blick über Holzlager, Fertigung und die umliegenden Wälder. Ein Ort, an dem Verwaltung und Produktion bewusst in Beziehung gesetzt werden.

Inspiration war der Baumstumpf mit seinen in der Höhe versetzten, sichtbaren Fällkerben.

So eine Idee entsteht nicht am Zeichentisch, sondern im Wald. Gemeinsam mit den Bauherren haben wir uns auf Spurensuche rund um das Sägewerk begeben und gefragt, was soll hier wachsen und wo? In gemeinsamen Workshops wurde eine Idee geboren – die Transformation der Produkte und der Tätigkeiten des Unternehmens in Architektur.

Wir nehmen das ursprünglichste Produkt der Ziegler Produktpalette, den Baumstamm, Fichte bis zu 19 Meter hoch und bauen ein Haus daraus. Spielen schon von außen auf der Partitur der Ziegler Produkte. Die Langhölzer rhythmisch aufgereiht, ziehen sich um das Gebäude wie auf Notenlinien. Tageslicht, frische Luft und der Blick ins Grüne an allen Arbeitsplätzen, Holz als natürlicher Filter, ergänzt durch textile Verschattung. Diskretion von innen und außen. Im Kern um einen grünen Innenhof eine Fassade aus Glas, Holz und Metall.

Das Gebäude besteht aus ineinander verschränkten und in der Höhe gestaffelten Rechtecken mit je einem Innenhof – den Wald, das Sägewerk und die Kollegen immer im Blick.

Grundriss Erdgeschoss

Grundriss erstes Obergeschoss

Grundriss drittes Obergeschoss

Querschnitt

Innen setzt sich dieses Konzept fort, die Verarbeitung des Naturmaterials Holz wird immer feiner und das Haus zeigt alle weiteren Verarbeitungsschritte des Holzes von Theken aus rauem Holz bis hin zu den veredelten Holzoberflächen bei den Büromöbeln. Holz in seiner ganzen Vielfalt in Verarbeitung, Sorte und Farbigkeit. Ziel war es dabei nicht nur, Holz sichtbar einzusetzen, sondern seine Anwendung konsequent weiterzuentwickeln und zeitgemäße Antworten auf seine konstruktiven und atmosphärischen Möglichkeiten zu finden. Das Gebäude versteht sich als Experimentierfeld ebenso wie als Identifikationsort.

Das Haus zeigt alle Möglichkeiten der Holzverarbeitung, ...

... vom ganzen Baustamm über luftig gestapelte sägeraue Lattungen, ...

Holz ...

... in seiner ganzen Vielfalt ...

... Farbigkeit ...

... und handwerklichen Perfektion.

Die neue Arbeitswelt bietet vielfältige Räume für Begegnung, Austausch und konzentriertes Arbeiten. Sichtbeziehungen zwischen Verwaltung und Produktion stärken das Verständnis für gemeinsame Prozesse, während Durchblicke in die umliegende Landschaft eine permanente Verbindung zum Ursprung des Materials herstellen. Kommunikation, Transparenz und Nähe werden räumlich organisiert statt organisatorisch verordnet. Architektur wird hier Teil der Unternehmenskultur.

Dem Bauherren war es wichtig, ...

... dass alle miteinander arbeiten ...

... und kommunzieren:

Etwa in den Teeküchen, ...

... auf den Treppen ...

... im Mitarbeitendenrestaurant ...

... oder den Besprechungsräumen.

Alles direkt verbunden durch eine besondere hölzerne Treppe.

Dass gebaute Räume Einfluss auf Wohlbefinden und Produktivität haben, belegen wissenschaftliche Untersuchungen seit Jahrzehnten, darunter die BOSTI-Studien sowie Office 21 des Fraunhofer-Instituts. Corporate Architecture nutzt dieses Potenzial bewusst: In der Verbindung gestalterischer Qualität mit der Repräsentation unternehmerischer Werte entstehen Gebäude, die langfristig wirtschaftlichen wie kulturellen Mehrwert schaffen – und von den Menschen angenommen werden, die in ihnen arbeiten. Die neue Firmenzentrale der Ziegler Group ist ein Haus, das zeigt, wofür es steht.

Loggia mit Blick über das Produktionsgelände

Projektname
Hohes Holz | Neubau Firmenzentrale für die Ziegler Group
Bauherr
Ziegler Group
Standort
Betzenmühle / Plößberg, Oberpfalz, Bayern
Fertigstellung
2020
Mitarbeitende
Stephan Gräbner (Projektleitung und übergeordnete Bauleitung); Tobias Lippert
Fotografie
mju-fotografie, Marie Luisa Jünger, Hümpfershausen; Oliver Heinl, Rednitzhembach; Bayerische Staatsforsten

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