»Geöffnete Wände« Neugestaltung Diözesanmuseum, Freising
Von weitem sichtbar – hoch über den Dächern der Stadt auf dem Domberg liegt das Freisinger Diözesanmuseum. Wunderbare Blicke in die Landschaft und über die Silhouette der Stadt – ehrwürdige Bauten vergangener Jahrhunderte. Wir haben Respekt vor dem besonderen Ort, der Historie und dem Gebäude. Wir haben den Mut, neue architektonische Antworten für ein in die Zukunft gerichtetes Museum zu finden, wir haben weitergebaut und weiterentwickelt – das Alte freigelegt und das Neue freigelassen. Im Mittelpunkt stehen die Menschen und die religiöse Kunst und Kultur von der Frühzeit bis heute.
Geöffnete Wände im Dialog mit Stadt, Kunst und den Menschen sind der Kern unserer architektonischen Idee für das Diözesanmuseum in Freising. Die neue Tiefe der historischen Fassade schafft aus der Ferne und in der Nähe Transparenz und Neugierde: Einladend geöffnete Wände, bodentiefe Fenster und samtig-weiße Oberflächen. Wunderbare Blicke in die Landschaft und über die Silhouette der Stadt. Das Haus ist jetzt von Ballast befreit und atmet wieder seine bauzeitlichen Strukturen. So wie es ist, war es noch nie. Aber es fühlt sich an, als ob es schon immer so war. Alles hat sich zu einer neuen, klaren Identität gefügt. Museum und Stadt, Menschen und Kunst verzahnen sich.
Als die Priesterausbildung 1968 nach München verlegt wurde, stand das Gebäude leer ...
... und fand 1974 mit dem neu gegründeten Diözesanmuseum eine neue Nutzung.
Im Zuge der Neugestaltung haben wir diesen Baustein Geschichte aktiviert.
Er hat uns ein Haus geschenkt, das jetzt von Ballast befreit wieder seine bauzeitlichen Strukturen atmet, dem Neuen aber Raum gibt.
Der Lichthof ist das Herz des Gebäudes, ein echter offener Raum über mehrere Etagen – licht und weit. Wir öffnen ihn zum Himmel. Die Jahres- und Tageszeiten werden zum Erlebnis und sind spürbar. Der Raum spielt mit Licht und Schatten. Die Räume für die Dauer- und Sonderausstellungen, flexibel bespielbar, in sich miteinander verbunden, umfließen den Lichthof und die Gänge. Eines unserer gestalterischen Ziele war es, Lichthof, Ausstellungsräume und Arkadengänge ohne die klima- und sicherheitstechnisch notwendigen Einbauten und Leitungsverzüge wirken zu lassen. Daher wurden die Versorgungsstränge bereits aus den Technikzentralen in abgeschotteten Kanälen und Schächten weitestgehend unsichtbar in das jeweilige Museumsgeschoss und den Lichthof geführt und dort verteilt. Die neue Struktur schafft Orientierung und eine funktionale Infrastruktur für das ganze Museum.
Die geöffneten Wände des Diözesanmuseums in Freising verändern die Art, wie sich Mensch und Kunst begegnen. Große Durchbrüche verbinden die Räume miteinander, lassen Licht hindurchfließen und geben immer wieder neue Ausblicke frei. Beim Gehen verändern sich die Perspektiven, Werke tauchen unerwartet auf, verschwinden wieder und treten in Beziehung zueinander.