»Intarsien im Stein« Revitalisierung Burg Falkenberg, Falkenberg
Von der imposant auf mächtigen Granitfelsen über der Waldnaab thronenden Burganlage Falkenberg mit ihrer wechselvollen Geschichte waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts nur Ruinen erhalten. Mauersteine dienten den Falkenbergern als Baumaterial. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Ruine als Denkmal geschützt. Ihre heutige Gestalt verdankt die 1154 erstmals urkundliche erwähnte Burg Friedrich Werner Graf von der Schulenburg, der sie mit historischer Bausubstanz wieder auf- und ausbauen ließ.
Der Graf war Diplomat im Dienst des Deutschen Reichs und von 1934 bis zur Kriegerklärung 1941 Botschafter in Moskau. Sein Wunsch, die Burg zu seinem Wohnsitz werden zu lassen, erfüllte sich nicht. Denn im Zusammenhang mit dem Stauffenberg-Attentat vom 20. Juli 1944 wurde der Widerstandskämpfer am 10. November 1944 in Plötzensee hingerichtet.
Links: Ruine der Burg Falkenberg um 1929. Rechts: Nach der Rückkehr aus Moskau 1941 wird Schulenburg zum Gegner der Nazidiktatur. Er engagiert sich in Widerstandskreisen und wird als Mitverschwörer des Attentats vom 20. Juli 1944 hingerichtet. Das Bild, aufgenommen um 1943, zeigt den ehemaligen Botschafter bei einer Wanderung in Falkenberg. Im Hintergrund ist seine sanierte Burg zu sehen, auf der er seinen Lebensabend verbringen wollte.
Zur barrierefreien Nutzung der Burganlage wurde ein 30 Meter tiefer Treppen- und Aufzugsschacht unter der bestehenden Burganlage gesprengt.
Unsere Idee: Der Weg im Fels
Arbeiten im Fels. Vor und nach der Sprengung.
Die Burg mit Museum und Gästezimmer ist über den Eingangsbereich barrierefrei zu erreichen. Die rollstuhlgerechte Rampe führt zum Aufzug, der alle Geschosse (bis auf das Dachgeschoss) zugänglich macht. Gleich am Fuße der Burg, das dazugehörige Konferenzzentrum, welches mit Cateringküche und modernster Veranstaltungstechnik ausgerüstet ist.
Der Gast wird am Beginn der Ausstellung durch einen kurzen Einführungsfilm eingestimmt. Dadurch wird er emotional und informationell auf die folgende Präsentation vorbereitet.
Zentrales inhaltliches Ausstellungselement ist eine acht Meter lange synchronoptische Zeitleiste, die den Lebensweg der historischen Figur Schulenburg in Beziehung setzt zur allgemeinen Geschichte.
Die mit der Bausubstanz verwobenen Inhalte samt dem Orientierungssystem begleiten den Besucher auf dem gesamten Weg durch die Burganlage.
Eine spezielle Transfertechnik ermöglichte den Auftrag der Druckfarben direkt auf den neu hergestellten Wandputz.
Das Konferenzzentrum unmittelbar neben der Burg Falkenberg ...
... mit Ausblicken auf die Burg und die Umgebung.