»Es war einmal …« Neubau Kurhaus Alexbad, Bad Alexandersbad
In Bad Alexandersbad, einem Moor- und Mineralheilbad, wurde 1734 eine Heilquelle entdeckt. Schon der europäische Hochadel vergangener Jahrhunderte kommt zur Trink- und Badekur. Eine zweite Blüte erlebte das oberfränkische Kurbad in den 1970er Jahren. Die Heilquelle wird staatlich anerkannt, es folgt der Bau von zwei großen Hotels und eines Kurmittelhauses. Die große Welt kam ins kleine Alexandersbad. Das neue Kur- und Sporthotel bringt Kurgäste, aber auch Prominente ins Fichtelgebirge.
2008 stand die Gemeinde vor der richtungsweisenden Entscheidung, entweder das Heilbad aufzugeben oder in die Offensive zu gehen. Die Chancen und Möglichkeiten dieses einmaligen Ortes wurden wiedererkannt. Bad Alexandersbad startet in den größten zusammenhängenden Entwicklungsprozess seiner Geschichte.
Es war einmal ... Ein bisschen erinnert uns das Märchen von der wunderschönen, schlafenden Prinzessin auch an Bad Alexandersbad, einen kleinen traditionsreichen Kurort mit etwa eintausend Einwohnern im Fichtelgebirge.
An der Stelle des alten Bäderhauses planen wir das neu Kurhaus Alexbad.
Auf der Suche nach der richtigen Position des neuen Fußabdruckes haben wir den Ort analysiert, die städtebaulichen Linien weitergezogen und so den neuen Baustein wie eine barocke Intarsie präzise gesetzt, mit dem Alten verwoben.
Ein Dreiklang aus Schloss, Altem Kurhaus und Neuem Kurmittelhaus. Mit dem bestehenden denkmalgeschützten Kurhaus über einen gläsernen Baukörper verbunden, verzichtet das innenarchitektonische Konzept bewusst auf funktional-medizinisches Ambiente. Stattdessen genießen die Kurgäste im Alexbad eine kontemplative Atmosphäre inmitten von kubischen und asymmetrisch angeordneten Formen, die mit der typischen Geologie der umgebenden Landschaft korrespondieren. Innen und Außen verschwimmen – sie werden zu einer Einheit.
Die gläserne Mitte verbindet das Alte Kurhaus mit dem Neuen Kurmittelhaus zum Alexbad. Verbindet traditionelle Heilmittel, wie Heilwasser und Naturmoor mit innovativen Methoden des Kurhauses Alexbad
Die Fassade des neuen Kurhauses nimmt das Bild der wollsackverwitterten Granitfelsen im Fichtelgebirge auf, die mineralisch funkelnde Tiefe – der mit Granitsplittern versetzte, grobe Putz reflektiert die Sonne.
Die gläsernen Fugen spiegeln den Himmel und symbolisieren das Wasser. Das Innere lässt sich erahnen und tritt gläsern in den Dialog mit den Menschen und dem Ort.
Das Herzstück, der historische Heilwasserbrunnen. Am Abend vielleicht ein Treffpunkt für ein kleines Konzert. Ein Ort der Kommunikation, aber auch der Orientierung – ein Ort, der alle Bereiche und Funktionen verbindet.
Drei Schwimm- und Therapiebecken – innen und außen – ein Gefühl wie im Freien. Man blickt am Tag in die grüne, umgebende Landschaft des Fichtelgebirges und am Abend in den Sternenhimmel. Loslassen. Abtauchen. Das Bad, keine große Halle, sondern Einblicke, Ausblicke und Durchblicke wie in einem Felsenlabyrinth. Verborgene, steinerne Höhlen. Räume die neugierig machen, einladen, sie zu entdecken.
Das Bad, keine große Halle, sondern Einblick, Ausblick und Durchblick wie in einem Felsenlabyrinth. Verborgene, steinerne Höhlen.
Gerahmte Blicke in die Landschaft, aus dem Becken von der Dachterrasse. Freiraum.
Wir holen das Fichtelgebirge ins Haus, lassen uns inspirieren. Es gibt Ruheräume, Bewegungsräume, Therapieräume, Wasserräume, Schwitzräume – Sinnesräume. Sie sind wie Höhlen, Wälder, Felsen, Moore oder Gewässer, schaffen Ruhe, Geborgenheit, Entspannung. Wir nennen sie nach lokalen Fluren oder Mooren: Fuchsbau. Bienerswiese. Doktorswiese. Schwarzes Moos.
Wir riechen und sehen das erdige Moor, fühlen Holz und Stein.
In den Achsen Eisbrunnen und echtes, loderndes Feuer im Ruheraum. Darüber die untergehende Sonne – Urquelle des Lichtes, Symbol für Vitalität und Lebensfreunde – ein magischer Raum. Eintauchen ins Erdreich. Sauna. Sanarium. Dampfbad.
Das Geschaffene – ein gebautes Stück Fichtelgebirge – tritt in Dialog mit der Natur nicht nur über Ein- und Ausblicke, sondern auch über die verwendeten Materialien – ein sinnliches Konzert der Elemente. Feuer, Wasser, Luft und Erde. Dargestellt von regionalen, traditionellen Materialien. Naturanalogien wie Wald, Wasser, Steinfelsen und Moor. Granit, Holz, und Glas. Himmel und Erde. Innen wie außen. Die Materialien sind wertig und nachhaltig. Material und Oberflächen sind die Worte. Licht und Schatten ihre Melodie.