Kirche und sozial-caritatives Zentrum St. Anton

»Vielfalt« Kirche und sozial-caritatives Zentrum St. Anton, Schweinfurt

Die Sehnsüchte und Bedürfnisse der Gläubigen, Atmosphäre und Nutzung von Kirchenräumen hat sich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt und damit auch die Anfor­derungen an die Architektur. Die Menschen, der Ort, der Raum und das Material – das sind für uns die Essenzen des Bauens.

2012: St Anton steht kurz vor dem Abriss. Das Ensemble ist technisch veraltet, der Kirchenraum ist schlecht beheizbar und in seiner Dimension nicht mehr zeitgemäß.

Es stand zwischenzeitlich sogar der Abriss der denkmalgeschützten Gebäude zur Debatte. Der Kirchenraum war für seine heutige Nutzung überdimensioniert, der Zugang wenig einladend und nicht barrierefrei. Die Technik veraltet. Die weiteren Funktionen und Nutzungen weit über das Areal verteilt, die Orientierung schlecht. 2009 begannen intensive Gespräche über die Zukunft des Ensembles und der neu gegründeten Schweinfurter Stadtkirche. 2012 fiel die Entscheidung, St. Anton unterzieht sich einer Erneuerung – inhaltlich und architektonisch! Kirche wurde in St. Anton neu gedacht.

Fassade Bestandsgebäude. Das große gläserne Kirchenfenster wird erhalten und auf Schienen in den Innenraum verschoben.

An dieser Stelle entsteht der neue zentrale Eingang für die unterschiedlichen Nutzungen.

Das neue Zentrum ist ein lebendiger Ort des Miteinanders, der Kommunikation und der Begegnung. Hier sind viele neue Treffpunkte entstanden.

Die grundlegendsten bauliche Veränderungen waren die Entscheidung, die Kirche zu verkleinern, das große Fenster an der Fassade nach innen zu versetzen und damit einen neuen zentralen Eingang für alle Nutzungen zu schaffen. Diese Tür ist für alle offen: Ganz gleich, ob man in der Kirche das Gebet sucht, im Café Charisma Freunde trifft oder Beratung eines Fachdienstes, wie z.B. die Beratungsstelle der Caritas, den Sozialpsychiatrischen Dienst oder den Malteser Hospizdienst benötigt. Hier ist nicht nur der funktionale Mittelpunkt des Ensembles, sondern ein Ort der Begegnung und Kommunikation.

Das 8 Tonnen schwere Glasfenster der Fassade wird auf Schienen nach innen verschoben und steht nun im Zentrum über dem Eingang der Kirche.

Ein zentraler barrierefreier Eingang für alle.

Licht und Wärme empfangen die Besucher. Der neue Kirchenraum ermöglicht ein neues gemeinschaftliches Erlebnis auf Augenhöhe.

Kirche und Altar. Taufbecken, Altar, Ambo und Kreuz bilden eine bronzene Achse und stehen dafür, wie sich das Leben im Glauben positioniert.

Beim Pfarrsaal wurde die Motivik der Kirche aufgenommen und zeitgemäß weitergedacht. Ein heller, geräumiger Pfarrsaal mit angebundener Catering-Küche, der regelmäßig für Hochzeiten, Taufen und Familienfeiern genutzt wird.

Im ehemaligen Kirchenschiff befinden sich Ermöglichungsräume. Diese stehen im Dialog mit der Kirche und der Stadt, bieten Raum für Gespräche, Workshops, Meditation und vieles mehr.

Ein Seminarraum mit Blick über die Stadt.

Blick vom Seminarraum auf das ehemalige Fassadenfenster.

Das Café Charisma wird neuer Treffpunkt. Hier wird psychisch kranken Menschen eine therapeutische Beschäftigungsmöglichkeit gegeben.

Projektname
Vielfalt | Neugestaltung Kirche und sozial-caritatives Zentrum St. Anton
Bauherren
Kath. Kirchenstiftung St. Anton Schweinfurt und Bischöflicher Stuhl zu Würzburg
Standort
Schweinfurt, Unterfranken, Bayern
Fertigstellung
2022 Altarweihe
Mitarbeitende
Kristin Heurich-Lösch (Projektleitung); Thomas Hack und Florian Winterstein (Bauleitung); Norbert Ritzer; Thomas Batz; Christoph Feinweber; Felix Freund; Orlando Licha; Sarah Liebhart; Simon Schauer; Christoph Schmitt
Fotografie
Constantin Meyer, Köln
Auszeichnungen
2023: best architects 24 award; 2024: Otto-Borst-Preis für Stadterneuerung; 2024: Bay. Denkmalpflegepreis (Bronze)

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